Lymphdrainage


Der griech. Arzt Hippokrates (ca. 460-375 v. Chr.) und der griech. Philosoph Aristoteles (384-322 v. Chr.) beschrieben bereits Gefäße mit „weißem Blut“ bzw. „Milchgefäße – Ductus lactei“, die Aristoteles bei einem Lamm feststellte.

Lange Zeit war dieses Wissen verschollen und erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts tauchten Begriffe wie „Vena alba thoracis“ von Eustachi (1510-1574), die er bei einem Pferd erforschte und „Chylos“ von Parè (1510-1590) auf. Parè beschreibt eine „Mandel-Milch“, die bei der Verdauung von Speisebrei (Chymus) durch die Darmwand tritt und über „mesarische Venen“ zur Pfortader gelangen.

Doch erst 1622 entdeckte Caspar Asellius in Mailand bei einer Vivisektion eines Hundes „weiße Strange“ im Mesenterium. Durch diese Entdeckung unter Zeugen geht Asellius als der eigentliche Entdecker des vorwiegend abdominellen Lymphgefäßssystems in die Geschichte ein.

Nach Asellius nahm die Erforschung der Anatomie des Lymphgefäßsystems seinen Lauf:
Pecouet (1622 – 1674) entdeckte vom Chylos ausgehende, bis dahin unbekannte milchführende Gefäße (Ductus thoracicus) über die Zwerchfellgrenze hinaus, welche in die Schlüsselbeinvenen münden.

Rudbeck (1630 – 1672) beschreibt um ca. 1650 die Lymphgefäße des Abdomens und stellte als erster eindeutig fest, daß die Lymphe vom Gewebe über Lymphgefäße und dem Ductus thoracicus zurück in den Blutkreislauf fließt.

Peyer (1653 – 1712) beschreibt die „Folliculi lymphatici aggregati“, die heutigen „Peyer´sche Plaques“ im Dünndarm (heute: Lymphfollikel = Bildung von Antikörpern).

Hunter (1718 – 1783) bestätigt endgültig, daß das Lymphgefäßsystem nicht nur den Bauchraum, sondern den ganzen Körper betrifft.

Hewson (1739 – 1774) erläutert die „Lymphbildung“. Ihm war irgendwie klar, daß ein Mechanismus die kleinsten „absorbierenden“ Lymphgefäße öffnen und schließen muß (Flatterventilfunktion).

Paolo Mascagni (1755 – 1815) gelingt es, daß gesamte Lymphgefäßsystem grafisch darzustellen. Seine Zeichnungen der Verzweigungen des Lymphgefäßsystems sind bis heute gültig. Er beschrieb die Ursachen des Lymphödems: 1. Verstopfung der Lymphknoten (Lymphknotenfibrose) und 2. die Dilatation der absorbierenden Gefäße (Lymphangieektasie), so daß die Klappen den Rückfluß nicht verhindern.

Herbst (1844), beschreibt die Lymphangiomotorik

Ludwig (1816 – 1894) benutzt erstmals das „Berliner Blau“ um die Lymphgefäße darzustellen. Damit konnte der Zusammenhang zwischen Durchblutung und hieraus resultierender Lymphbildung festgestellt werden. Er untersuchte die aktive und passive Hyperämie und bewies, daß eine Komprimierung der Venen (Muselpumpe) den Lymphperfussionsdruck erhöht, wie auch eine Erwärmung des Gewebes zu einer Erhöhung der Lymphtransportkapazität führt.

Starling (1866 – 1927) beschrieb mit seinem „Starling´schem Gesetz“ die bis heute gültige – mittlerweile jedoch in Frage gestellte – Hypothese, Vorstellung von Filtration und Reabsorbtion im Kapillarschenkel des Gefäßsystems wie auch die Bewältigung der Überschußflüssigkeit (Sicherheitsventilfunktion) durch das Lymphsystem.

Drinker (1887 – 1956) beschreibt eine wesentliche Funktion des Lymphgefäßsystems, den Rücktransport des interstitiellen Eiweißes (großmolekulare lymphpflichtige Lasten) in den Blutkreislauf.

Casley-Smith (1936 – 1997) und Castenholz (1930 – 1998) legen mit der Einführung des Raster-elektronenmikroskopes die Grundlage für das Verständnis der Lymphbildung. Sie beschrieben die lymphatischen, eichenblattförmigen Endothelzellen, die offenen und geschlossenen interzellulären Junctions, die interstitiellen Kanäle usw..

Gowan gelingt es, durch neue Markierungstechniken die Wanderung von Lymphozyten im Körper zu analysieren.

Weissleder (1928 – 2006) führt die Lymphszintigraphie ein. Diese diagnostische Methode dient zum einen der Darstellung des Verlaufs und zum andern zur Funktionanalyse von Lymphgefäßen.

Während im 16./17. Jahrhundert die fast vollständige Darstellung der Anatomie des Lymphge-fäßsystems vorangetrieben wurde, begann im 18./19. Jahrhundert mit der Einführung der Mik-roskopie die Erforschung der Physiologie des Lymphgefäßsystems. Erst mit der Entwicklung diagnostischer Verfahren (Mitte 20. Jahrhundert) wurde nun die Grundlagen für die Erforschung der Krankheitslehre und für die Entwicklung der therapeutischen Methoden geschaffen.
Trotz dieser, über die Jahrhunderte manifestierten Erkenntnisse ist die Lymphologie heutzutage immer noch ein junges Teilgebiet der Medizin, dem nicht die Bedeutung zugeschrieben wird, die sie eigentlich verdient.


Literaturhinweise

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  17. Weissleder H.: In memorian H.A. Castenholz. LymphForsch 1999; 3: 41
  18. Witte C.L., M.H. Witte: A forgotten woman professor and lymphologist. Lymphology 1998; 31: 27 – 29

Die komplexe physikalische Entstauungstherapie ist ein medico-mechanisches Verfahren, das die physiologische Lymphdrainage unterstützt und verbessert, die Ödemflüssigkeit mobilisiert und Proteinfibrosen lockert. Komponenten der KPE sind:

  • der Mannuelle Lymphdrainage
  • der Kompressionstherapie
  • der Entstauungsgymnastik
  • der Atemtherapie
  • der Hautpflege

Erste therapeutisch, theoretisch und praktische Grundlagen der komplexen physikalischen Entstauungstherapie wurden von Alexander von Winiwarter und von Dr. Emil Vodder geschaffen. Winiwarter entwickelte die Kompressionstherapie, während Vodder die Manuelle Lymphdrainage etablierte. Gemeinsam stellten sie 1936 anläßlich einer Gesundheits-ausstellung “Santé et Beauté” in Paris die manuelle Lymphdrainage als Teildisziplin der KPE einer breiten Öffentlichkeit vor.

Während des 2. Weltkrieges geriet die Therapie in Vergessenheit, bis in den 60ziger Jahren Dr. Johannes Asdonk die manuelle Lymphdrainage kennenlernte, von Dr. Vodder übernahm und weiterentwickelte. Ihm verdanken wir Therapeuten die heutige meist verordnete Therapieform und die Patienten eine Linderung ihres Leidens. Als Arzt erkannte er die ungeheure Wichtigkeit dieser Methode. Er erstellte als erster eine Liste von Indikationen und entwickelte das heute immer noch einzigartige Behandlungskonzept, nach dem erstmals durch konservative Maßnahmen eine erfolgreiche Therapie von Ödemkrankheiten möglich ist. Er gründete 1967 die „Deutsche Gesellschaft für Lymphologie“, 1969 die Asdonk-Schule und 1973 die weltweit erste und heute älteste Klinik für Lymphologie und Ödemkrankheiten, die Feldbergklinik Dr. Asdonk in St. Blasien.
Für seine hervorragenden medizinischen Leistungen erhielt Dr. Asdonk das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Durch seinen unermüdlichen Einsatz gelang es 1974 die Manuelle Lymphdrainage als Kassenleistung zu etablieren.

Tipps für den Alltag – Prophylaxe bei Arm-Lymphödemen

Für Ödem-Patienten und Ödem gefährdete Patienten ist es unerläßlich folgende vorbeugende Maßnahmen zu beachten um eine Ödemverschlechterung bzw. eine Ödementstehung zu vermeiden. Ödem gefährdet ist, wem in der Leisten-, der Beckenoder Bauchregion die Lymphknoten bzw. ein Teil davon z.B. nach einer Operation ausgeräumt wurde oder aber auch in diesen Gebieten radiotherapeutisch behandelt worden ist. Ziel dieser Vorsichtsmaßnahmen ist, die Bildung der Ödemflüssigkeit weitestgehend gering zu halten und eine weitere Schädigung der Lymphgefäße zu verhindern. Eine Ödemreduzierung ist meist nur durch die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) möglich. Die KPE setzt sich zusammen aus der manuellen Lymphdrainage, der Kompressionstherapie, Entstauungsgymnastik (Intervalltraining), Hautpflege und Lagerung (Hochlagern) der betroffenen Extremität. Die Bandagen oder Kompressionsstrümpfe sollten tagsüber dauernd bzw. so lange wie möglich getragen werden. Nachts kann eine leichte Bandage oder ein leichter Kompressionsstrumpf benutzt werden.

Vorsicht vor Verletzungen

Große, kleine und auch wiederholte kleinste Verletzungen führen zur Zerstörung von Lymphgefäßen oder zu Blutergüssen welche die Ödemflüssigkeit erhöhen.

  • Bei der Küchenarbeit mit spitzen und scharfen Gegenständen Handschuhe, beim Spülen Gummihandschuhe benutzen. Beim Nähen Fingerhut aufsetzen. Bei der Blumenpflege und Gartenarbeit wegen der Stacheln und Dornen sowie beim Umgang mit Haustieren wegen der Kratz- und Bisswunden Handschuhe anziehen. Bei Gefahr von Insektenstichen (an ruhigen Gewässern od. bei Grillpartys im Sommer) langärmelige Kleidung und evtl. Handschuhe tragen. Mückengebiete im Urlaub meiden. Bei der Nagelpflege nicht in die Finger schneiden.
  • Beim Arzt keine Blutabnahme am betroffenen Arm, keine Injektionen, Infusionen oder Akupunkturbehandlungen in den Arm oder den zugehörigen Körperquadranten durchführen lassen. Keine häufigen Blutdruckmessungen am ödematösen Arm, die außerdem bei stark ausgeprägten Armödemen falsch überhöhte Werte ergeben können. Bei beidseitigen Armödemen ist die Blutentnahme aus einer Leistenvene empfehlenswert.
  • Keine Sportarten, welche die Arme besonders gefährden wie Handball, Volleyball, Rudern, Sportschützen (mit Gewehr) oder riskanter Skiabfahrtslauf. Keine überdehnenden, reißenden oder zerrenden Bewegungen.
  • Bei Knochenbrüchen oder Blutergüssen manuelle Lymphdrainagebehandlung verstärken. Im Winter rutschverhindernde Maßnahmen auf die Sohlen (Spikes-Sohlen) anbringen.

Vorsicht vor Überlastungen

Überlastungen führen durch Zunahme der Lymphflüssigkeitsbildung zur Ödemverstärkung

  • Im Beruf keine mittelschweren, schweren oder mehrstündigen monotonen leichten Arbeiten mit dem Arm verrichten (z.B. am Fließband, Akkordarbeit, Fern- bzw. Busfahrer, Hand- und Maschinenschreiben nur eingeschränkt möglich). Fragen der Schwerbehinderung, Umschulung, Teilzeitarbeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit mit dem Arzt besprechen.
  • Bei der Hausarbeit können Fensterputzen, stundenlanges Bügeln oder Stricken ungünstig sein. Einkaufstasche mit dem gesunden Arm tragen, eventuell Tasche oder Koffer auf Rädern benutzen. Bei Rucksäcken darauf achten, daß sie nicht im Schulter/Brustbereich einschnüren.
  • Beim Sport sind Überanstrengungen der Arme ungünstig. Nicht überanstrengender Sport ist im Sinne eines Intervalltrainings – einer Pause vor Einsetzen der Muskelermüdung – erlaubt, z.B. Tennis, Golf, Skilanglauf in Massen. Günstig sind Schwimmen und Gymnastik. Alle Sportarten und Gymnastik (außer Schwimmen) möglichst mit Kompressionsarmstrumpf betreiben, da dieses den Lymphabfluss zusätzlich fördert.

Dauerndes „Herunterhängen“ lassen des Armes ist ungünstig, weil der Lymphabfluss erschwert wird. ,,Bergauf fließt die Lymphe langsamer als bergab”, daher nachts und zeitweilig auch tagsüber z.B. beim Fernsehen oder längeren Autofahrten den Arm möglichst über Herzhöhe lagern z.B. auf Armliegekeile.

Vorsicht vor klassischer Knetmassage

Massage erhöht die Gewebsdurchblutung und führt zu einer verstärkten Lymphflüssigkeitsbildung. Außerdem besteht die Gefahr der Blutgefäßzerreißung mit Blutergussbildung.

  • Keine Massagen oder Massagegeräte am Ödemarm und zugehörigen Körperquadranten anwenden. Massagebehandlung der anderen Schulter sowie von HWS und BWS nur in Kombination mit Lymphdrainagebehandlung des Ödemarmes durchführen.

Vorsicht vor Überwärmung

Überwärmung fördert die Lymphflüssigkeitsbildung

  • Urlaub in heißen Ländern wegen Hitze und längerer Sonnenbestrahlung mit Sonnenbrandgefahr sind ungünstig. Sonnenbestrahlung ist nur erlaubt, wenn die Strahlenintensität nicht zu groß, nicht zu heiß und nicht zu lange ist.
  • Achtung vor Verbrennungen, auch beim Zigarettenrauchen. Besonders bei der Hausarbeit am Herd und Bügeleisen aber auch bei Grillstellen und Kachelöfen Handschuhe benutzen. Spülwasser nicht zu heiß verwenden.
  • Warmwasserbad und Thermalbad nicht über 33° – 34°C, günstig ist 25° – 28°C.
  • Keine heißen Packungen (Fango), Wärme erzeugende Pflaster (ABC-Pflaster), Kurzwelle oder Heißluft (Friseurtrockenhaube) und keine durchblutungsfördernde Salben (Kytta od. Finalgon) auf dem Ödemarm oder zugehörigen Körperquadranten anwenden
  • Sauna und Trockenwärmekabinen können ungünstig sein, daher vorsichtig – ausprobieren (unterste Ebene).

Anwendungen an der anderen Schulter oder an HWS und BWS nur in Kombination mit Lymphdrainagebehandlung des Ödemarmes.

Vorsicht vor Erfrierungen

Starke Unterkühlungen und Erfrierungen führen zu Blutgefäßwandschädigungen, die bei der nachfolgenden Wiedererwärmung mit verstärkter Durchblutung zu gesteigerter Lymphflüssigkeitsbildung führen

  • Warme Kleidung mit dicken Handschuhen ist empfehlenswert. Langärmelige Unterwäsche oder T-Shirts
  • Kalte Hände nicht mit kalten Wasser erwärmen – langsam erwärmen

Vorsicht vor Entzündungen

Führen zu einer starken Erhöhung der Lymphflüssigkeitsbildung, besonders bei bakteriellen Entzündungen. Auch können Lymphkapillaren durch Streptokinase zerstört werden, so daß die Aufnahme der Gewebsflüssigkeit in das Lymphgefäßsystem vermindert wird.

  • Die Wundrose (Erysipel), eine durch Streptokokken hervorgerufene Entzündung, ist die häufigste Komplikation des Lymphödems. Zur Erysipelprophylaxe 4 – 6 mal täglich ein Desinfektionsmittel auf jede Bagatellverletzung des geschädigten Armes über mehrere Tage auftragen. Beim Auftreten eines Erysipels (Schwellungszunahme, Rötung (u.U. auch punktfömige Rötung), Schmerzen, Fieber) Penicillinbehandlung; bei Penicillinallergie alternativ Gabe von Erythromycin oder Tetracyclin. Desinfektionsmittel und Antibiotikum zu Hause und im Urlaub immer bei sich haben. Bei häufigen Erysipelen evtl. ein Penicillin-Depot verabreichen lassen (Rücksprache mit dem Arzt).
  • Pilzerkrankungen des Armes und der Hand intensiv mit entsprechenden Salben oder Lösungen behandeln.
  • Trockene Haut neigt zu Rhagaden (kleine Risse, die als Eintrittspforte für Bakterien dienen). Zur Hautpflege leicht saure Salbe verwenden.

Vorsicht vor Ekzemen

Die Reaktionen bei Ekzemen führen zu einer Erhöhung der Lymphflüssigkeitsbildung

  • Allergisierende Kosmetika, Hautmittel und Medikamente meiden. Bei berufsbedingter Allergie (z.B. Reinigungskräfte, Friseure usw.) Berufswechsel mit dem Arzt besprechen. Ekzeme konsequent behandeln.

Vorsicht vor einengender Kleidung

Die restlichen Lymphgefäße werden eingeengt bzw. abgeschnürt, besonders die oberflächlichen an der Haut, wodurch der Lymphabfluss behindert wird

  • Keine abschnürenden Ärmel. Bei schwerer Silikon-Brustprothese entsteht Zug am BH-Träger der die Lymphgefäße auf der Schulter abklemmen kann. Daher leichte Brustprothese aus Schaumstoff oder kombiniert aus Schaumstoff mit Silikon. Eventuell breites Schiebepolster unter BH-Träger oder Spezial-BH mit breiten Trägern. Hochrutschen der leichten Brustprothese kann durch eingenähte BH-Tasche oder Spezial-BH verhindert werden. Eventuell brustverkleinernde Operation an der anderen Seite erwägen. Zu schwere Brustprothesen können zu Fibrosebalken in Höhe des Körbchen-Unterrand auf dem Brustkorb führen.
  • Schulterriemen der Handtasche auf gesunde Seite tragen.
  • Armbanduhr, Armreifen und Ringe müssen locker anliegen – besser auf der gesunden Seite tragen.

Vorsicht vor Operationen am Ödemarm und dem zugehörigen Quadranten

Führen zu Zerstörungen von Lymphgefäßen und somit zu verschlechtertem Lymphabfluss, daher nur bei lebensnotwendiger Operation erlaubt

  • Im Anschluss an eine Operation manuelle Lymphdrainagebehandlung intensivieren eventuell eine stationäre Lymphdrainagebehandlung bzw. Kur in einer lymphologischen Fachklinik (www.feldbergklinik.de) erwägen.

Vorsicht vor Übergewicht

Fettmassen führen zu einer Komprimierung von Lymphgefäßen, so dass der Abfluss zusätzlich behindert wird

  • „Fett und Lymphe vertragen sich nicht”. Gewichtsabnahme bei Adipositas wäre risikomindernd.
  • Eine besondere Lymphdiät gibt es nicht. Die Kost sollte gemischt sein mit vielen pflanzlichen Anteilen. Kochsalzarme Ernährung ist günstig, die Trinkmenge bedeutungslos.
  • Nikotin verschlechtert ein Lymphödem nicht, ist jedoch gesundheitsschädlich. Alkohol kann ein Lymphödem vorübergehend verschlechtern.


Modifiziert nach Veröffentlichung von Dr. U. Herpertz im Dt. Ärzteblatt 1989;12: 811-3


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Tipps für den Alltag – Prophylaxe bei Bein-Lymphödemen

Für Ödem-Patienten und Ödem gefährdete Patienten ist es unerläßlich folgende vorbeugende Maßnahmen zu beachten um eine Ödemverschlechterung bzw. eine Ödementstehung zu vermeiden.

Ödem gefährdet ist, wem in der Leisten-, der Beckenoder Bauchregion die Lymphknoten bzw. ein Teil davon z.B. nach einer Operation ausgeräumt wurde oder aber auch in diesen Gebieten radiotherapeutisch behandelt worden ist. Ziel dieser Vorsichtsmaßnahmen ist, die Bildung der Ödemflüssigkeit weitestgehend gering zu halten und eine weitere Schädigung der Lymphgefäße zu verhindern. Eine Ödemreduzierung ist meist nur durch die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) möglich. Die KPE setzt sich zusammen aus der manuellen Lymphdrainage, der Kompressionstherapie, Entstauungsgymnastik (Intervalltraining), Hautpflege und Lagerung (Hochlagern) der betroffenen Extremität. Die Bandagen oder Kompressionsstrümpfe sollten tagsüber dauernd bzw. so lange wie möglich getragen werden. Nachts kann eine leichte Bandage oder ein leichter Kompressionsstrumpf benutzt werden.

Vorsicht vor Verletzungen

Große, kleine und auch wiederholte kleinste Verletzungen führen zur Zerstörung von Lymphgefäßen oder zu Blutergüssen welche die Ödemflüssigkeit erhöhen.

  • Zu enge oder schlecht sitzende Schuhe können zu Scheuerstellen oder Druckblasen führen. Kein Barfußgang außerhalb der Wohnung. Beim Baden in natürlichen Gewässern oder im Meer wegen der Verletzungsgefahr durch spitze Steine, Muscheln und Glasscherben Badeschuhe tragen. Bei der Gartenarbeit wegen der Stacheln und Dornen sowie beim Umgang mit Haustieren wegen der Kratz- und Bisswunden lange Hosen tragen. Bei Gefahr von Insektenstichen (z.B. an ruhigen Gewässern oder Grillpartys) lange Hosen, Socken und geschlossene Schuhe tragen. Mückengebiete im Urlaub meiden. Bei der Nagelpflege nicht in die Haut schneiden.
  • Beim Arzt keine Injektionen oder Akupunkturbehandlungen in das betroffene Bein oder den zugehörigen Körperquadranten durchführen lassen. Keine Blutegelbehandlung bei zusätzlichem Krampfaderleiden.
  • Vorsicht vor Verbrennungen (z.B. Lagerfeuer – Funkensprühen).
  • Keine Sportarten, welche die Beine besonders gefährden wie z. B. Fußball, Hockey, Fallschirmspringen und riskanter Skiabfahrtslauf. Keine überdehnenden, reißenden oder zerrenden Bewegungen.
  • Bei Knochenbrüchen oder Blutergüssen manuelle Lymphdrainagebehandlung verstärken. Im Winter rutschverhindernde Maßnahmen auf die Schuhsohlen anbringen (Spikes-Sohlen).

Vorsicht vor Überlastungen

Überlastungen führen durch Zunahme der Lymphflüssigkeitsbildung zur Ödemverstärkung

  • Im Beruf keine mittelschweren, schweren oder mehrstündigen monotonen leichten Arbeiten mit den Beinen verrichten (z. B. Fließband, Akkordarbeit oder ganztägig nur sitzende oder nur stehende Tätigkeit wie im Büro oder als Verkäufer/in). Günstig ist ein Wechsel zwischen sitzender und gehender Tätigkeit. ,,Liegen und Gehen ist besser als Sitzen und Stehen”. Die Frage der Schwerbehinderung, Umschulung, Teilzeitarbeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit mit dem Arzt besprechen.
  • Beim Sport sind Überanstrengungen der Beine ungünstig. Nicht überanstrengender Sport ist im Sinne eines Intervalltrainings d.h. mit einer Pause vor Einsetzen der Muskelermüdung ist erlaubt, z. B. Tennis, Skilanglauf und Dauerlauf in Maßen. Günstig sind Schwimmen, Gymnastik und Radfahren. Gymnastik und alle Sportarten (außer Schwimmen) möglichst in der Kompressionsbestrumpfung durchführen, da dieses den Lymphabfluss zusätzlich fördert.
  • Bei Fehlstellung der Füße und bei Fußsohlenödem Schuheinlagen benutzen.
  • Dauerndes „Herunterhängen“ lassen oder „Überkreuzen“ der Beine ist ungünstig, weil der Lymphabfluss erschwert wird. ,,Bergauf fließt die Lymphe langsamer als bergab”, daher nachts und zeitweilig auch tagsüber (z. B. beim Fernsehen oder bei längeren Autofahrten und Flugreisen) das Bein möglichst hochlagern (Beinkeil). Fußende des Bettes ca. 10 cm hochstellen.
  • In der Schwangerschaft arbeitsunfähig schreiben lassen, sobald das Ödem sich verschlechtert. Evtl. vermehrt Lymphdrainagebehandlungen durchführen.

Vorsicht vor klassischer Knetmassage

Massage erhöht die Gewebsdurchblutung und führt zu einer verstärkten Lymphflüssigkeitsbildung. Außerdem besteht die Gefahr der Blutgefäßzerreißung mit Blutergussbildung.

  • Keine Massagen oder Massagegeräte am betroffenen Bein anwenden. LWS-Massagen nur in Kombination mit manueller Lymphdrainage.

Vorsicht vor Überwärmung

Überwärmung fördert die Lymphflüssigkeitsbildung

  • Urlaub in heißen Ländern wegen Hitze und längerer Sonnenbestrahlung mit Sonnenbrandgefahr sind ungünstig. Sonnenbestrahlung ist nur erlaubt, wenn die Strahlenintensität nicht zu groß, nicht zu heiß und nicht zu lange ist.
  • Warmwasserbad und Thermalbad nicht über 33° – 34°C, günstig ist 25° – 28°C.
  • Keine heißen Packungen (Fango), Wärme erzeugende Pflaster (ABC-Pflaster), Kurzwelle oder Heißluft am betroffenen Bein oder zugehörigen Körperquadranten anwenden. Auch keine durchblutungsfördernde Salben (Kytta bzw. Finalgon) im Ödemgebiet anbringen.
  • Bei Fußbodenheizung isolierende oder offene Schuhe tragen (z.B. Sandalen)
  • Sauna und Trockenwärmekabinen können ungünstig sein, daher vorsichtig – ausprobieren (unterste Ebene).
  • Auch Hitze am Arbeitsplatz meiden (Bäcker an Backofenstraßen, Gießereiarbeiter)

Anwendungen an der anderen Hüfte oder der LWS nur in Kombination mit manueller Lymphdrainage.

Vorsicht vor Erfrierungen

Starke Unterkühlungen und Erfrierungen führen zu Blutgefäßwandschädigungen, die bei der nachfolgenden Wiedererwärmung mit verstärkter Durchblutung zu gesteigerter Lymphflüssigkeitsbildung führen

  • Im Winter ist warme Kleidung (wärmende Socken, lange Unterhosen) und warmes Schuhwerk empfehlenswert

Vorsicht vor Entzündungen

Führen zu einer starken Erhöhung der Lymphflüssigkeitsbildung, besonders bei bakteriellen Entzündungen. Auch können Lymphkapillaren durch Streptokinase zerstört werden, so daß die Aufnahme der Gewebsflüssigkeit in das Lymphgefäßsystem vermindert wird.

  • Die Wundrose (Erysipel), eine durch Streptokokken hervorgerufene Entzündung, ist die häufigste Komplikation des Lymphödems. Zur Erysipelprophylaxe 4 – 6 mal täglich ein Desinfektionsmittel auf jede Bagatellverletzung am betroffen Bein über mehrere Tage auftragen. Beim Auftreten eines Erysipels (Schwellungszunahme, Rötung (u.U. auch punktfömige Rötung), Schmerzen, Fieber) Penicillinbehandlung; bei Penicillinallergie alternativ Gabe von Erythromycin oder Tetracyclin. Desinfektionsmittel und Antibiotikum zu Hause und im Urlaub immer bei sich haben. Bei häufigen Erysipelen evtl. ein Penicillin-Depot verabreichen lassen (Rücksprache mit dem Arzt).
  • Pilzerkrankungen (besonders Fußpilz zwischen den Zehen) intensiv mit entsprechenden Salben oder Lösungen behandeln.
  • Trockene Haut neigt zu Rhagaden (kleine Risse, die als Eintrittspforte für Bakterien dienen). Zur Hautpflege leicht saure Salbe verwenden.

Vorsicht vor Ekzemen

Die Reaktionen bei Ekzemen führen zu einer Erhöhung der Lymphflüssigkeitsbildung

  • Allergisierende Kosmetika, Hautmittel und Medikamente meiden. Bei berufsbedingter Allergie Berufswechsel mit dem Arzt besprechen. Ekzeme konsequent behandeln.

Vorsicht vor einengender Kleidung

Die restlichen Lymphgefäße, besonders die oberflächlichen an der Haut, werden eingeengt bzw. abgeschnürt, wodurch der Lymphabfluss behindert wird

  • Keine abschnürenden Hosen, Socken, Strümpfe oder Strumpfbänder verwenden. Keine zu engen Gürtel oder Korsetts. Männer könnten Hosenträger verwenden.

Vorsicht vor Operationen am betroffenen Bein und dem zugehörigen Quadranten

Führen zu Zerstörungen von Lymphgefäßen und somit zu verschlechtertem Lymphabfluss, daher nur bei lebensnotwendiger Operation erlaubt

  • Im Anschluss an eine Operation manuelle Lymphdrainagebehandlung intensivieren eventuell eine stationäre Lymphdrainagebehandlung bzw. Kur in einer lymphologischen Fachklinik (www.feldbergklinik.de) erwägen.

Vorsicht vor Übergewicht

Fettmassen führen zu einer Komprimierung von Lymphgefäßen, so dass der Abfluss zusätzlich behindert wird

  • „Fett und Lymphe vertragen sich nicht”. Gewichtsabnahme bei Adipositas wäre risikomindernd.
  • Eine besondere Lymphdiät gibt es nicht. Die Kost sollte gemischt sein mit vielen pflanzlichen Anteilen. Kochsalzarme Ernährung ist günstig, die Trinkmenge bedeutungslos.
  • Nikotin verschlechtert ein Lymphödem nicht, ist jedoch gesundheitsschädlich. Alkohol kann ein Lymphödem vorübergehend verschlechtern.


Modifiziert nach Veröffentlichung von Dr. U. Herpertz im Dt. Ärzteblatt 1989;12: 811-3


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Die Lymphdrainage-Ausbildung – Rahmenempfehlung

Der Rahmenlehrplan beruht auf der Gemeinsamen Rahmenempfehlung der Spitzenverbände der Krankenkassen und der maßgeblichen Spitzenorganisation der Heilmittelerbringer auf Bundesebene gemäß § 125 Abs. 1 SGB V:

Die manuelle Lymphdrainage ist eine spezielle Behandlungstechnik, die das Ziel verfolgt, den Abtransport von Gewebeflüssigkeit (Entödematisierung) zu steigern. Die hierdurch erzielte dosierte Druckerhöhung im Gewebe begünstigt die Aufnahme von Gewebeflüssigkeit in die Lymphbahnen. Die reflektorische Dehnung des oberflächlichen Gewebes regt die Automotorik der Lymphgefäß-Muskulatur an, führt zu deren regelmäßiger Kontraktion und sorgt somit für eine erhöhte Lymphtransportkapazitätt.

Ziel der manuellen Lymphdrainage ist es, die Schwellungen und Verklebungen durch das Gewebeeiweiß zu beseitigen, eine Entstauung der betroffenen Körperregion, Schmerzfreiheit und eine Neubildung von Lymphgefäßen an Unterbrechungsstellen zu erreichen. Die Kompressionsbehandlung ist fester Bestandteil des Seminars. Sie unterstützt die manuelle Lymphdrainage und verringert die Reödematisierung des Gewebes. Behandlungsschwerpunkte der manuellen Lymphdrainage sind u. a. Ödeme unterschiedlicher Genese (angeborene Lymphgefäßerkrankungen, postoperativ, Tumorerkrankungen, Radiatio, Schwangerschaft usw.), Kopfschmerzen und Migräne, chronisch venöse Erkrankungen, Psoriasis, rheumatologische Erkrankungen, Arthrosen, Zerrungen und Verstauchungen

Theoretische Grundlagen

  • Topographische Anatomie
  • Histologie des Lymphgefäßsystems
  • Physiologische und pathologische Zustände an Blut- und Lymphgefäßen

Krankheitslehre

  • Systematik der Ödeme, Ursachen, Entwicklung und Behandlung von Ödemen
  • Postoperative, posttraumatische, idiopathische Ödeme
  • Primäre und sekundäre Lymphödeme
  • Ödeme bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Lipödeme, Phlebödeme usw.
  • Indikationen und Kontraindikationen für die Lymphdrainagebehandlung

Das Weiterbildungscurriculum der Lymphdrainage-Ausbildung umfasst insgesamt mindestens 170 Unterrichtseinheiten, davon mindestens 24 Unterrichtseinheiten ärztliche Theorie, 146 Unterrichtseinheiten Praxis und praxisbegleitende Theorie und eine zusätzliche Abschlußprüfung. Die zu vermittelnden Inhalte umfassen:

  • Theorie, Durchführung und Übung von Grifftechniken am Gesunden
  • Mehrmalige Patientendemonstrationen
  • Theorie und Durchführung von Kompressionsbandagierungen und Entstauungsmaßnahmen
  • Indikation und Kontraindikation

Die Ausbildung zum Lymphdrainage- und Ödemtherapeuten gliedert sich in zwei Abschnitte zu je zwei Wochen. Im Basiskurs werden die Grundgrifftechniken sowie die anatomischen und physiologischen Grundlagen vermittelt. Im Therapiekurs steht die Klinik der Ödeme und die Therapie im Vordergrund. Basiskurs und Therapiekurs können mit zeitlicher Unterbrechung (innerhalb 6 Monaten) oder direkt hintereinander durchgeführt werden.

Zugelassen werden med. Bademeister/in, Masseure/in, Krankengymnasten/in, Physiotherapeuten/in, Ärzte, mit abgeschlossener Berufsausbildung. Der Nachweis mit Zeugnis/Berufsurkunde (Examen/Diplom) ist vor Kursbeginn zu erbringen. Bei einer Ausbildung im Ausland, benötigen wir die offizielle Anerkennungderselben vom entsprechenden Bundesland.

Die in der Weiterbildung vermittelten Lehrinhalte basieren auf dem nachfolgenden Rahmenlehrplan:


Kursinhalte:

Basiskurs

Die Lymphdrainage-Ausbildung Teil 1 beinhaltet 30 UE theoretischer Unterricht, davon mindestens 8 UE ärztlicher Unterricht.

Lehrinhalte der Lymphdrainage-Ausbildung – Teil 1 :

  • Allgemeine Anatomie und Physiologie des Blutkreislaufes
  • Allgemeine Anatomie der Lymphgefäße und Lymphknoten
  • Spezielle Anatomie der Hauptlymphgefäße sowie des Lymphsystems der verschiedenen Körperregionen und der Haut
  • Physiologie des Interstitiums, des Lymphsystems und der Lymphe (Aufbau und Funktion des interstitiellen Bindegewebes, Physiologie des interstitiellen Stoffaustausches, Diffusion, Osmose, Kolloidosmose, Filtration; Reabsorption, aktive Zelltransporte, Blutkapillarpermeabilität); Extravasculäre Zirkulation der Bluteiweiße; Stoff und Flüssigkeitsaustausch in der terminalen Strombahn; Starling’sches Gleichgewicht; Physiologie des Lymphsystems (Drainagefunktion, Lymphbildung; lymphpflichtige Substanzen, Lymphtransport, Lymphtransportkapazität, Abwehr- und Filterfunktion); die Lymphflüssigkeit, Chylus
  • Pathophysiologie der Ödeme, Exsudat, Transsudat
  • Pathophysiologie des Lymphsystems (Insuffizienzformen des LGS)
  • Reaktion des Körpers auf eine Lymphostase
  • Lymphatische Immunschwäche
  • Ödemgrade (latente und manifeste Ödeme)
  • Ödemmessung und Ödemdokumentation
  • Entwicklung der manuellen Lymphdrainage
  • Wirkungsmechanismen der manuellen Lymphdrainage;
  • Praktischer Unterricht der Lymphdrainageausbildung:
  • Prinzipielles Vorgehen bei der Manuellen Lymphdrainage
  • Grifftechniken der Manuellen Lymphdrainage
  • Behandlung der einzelnen Körperpartien (Hals, Gesicht, Arme, Rücken, Lende, Brustkorb, Bauch, Beine)
  • Spezialgriffe
  • Bewegungstherapie in Verbindung mit Manueller Lymphdrainage
  • Kompressionsbandagierungen

Die praktischen Übungen werden an den Kursteilnehmern gegenseitig geübt. Bei Bedarf erfolgen Patientenvorstellungen.

Therapiekurs – Teil 2

Die Lymphdrainage Ausbildung Teil 2 umfaßt 30 UE theoretischer Unterricht, davon mindestens 16 UE ärztlicher Unterricht

Mindestinhalte des ärztlichen/theoretischen Unterrichts:

  • Anatomische und physiologische Grundlagen der Kreislaufsysteme (arteriell, venös, lymphatisch),
  • Ätiologie und Pathogenese der Ödeme, besonders bei malignen Erkrankungen
  • Lymphödemkomplikationen, Organschäden und Ödeme nach Strahlenbehandlung, Indikationen und Kontraindikationen der manuellen Lymphdrainage.
  • Weitere ärztliche und nicht-ärztliche Behandlungsmaßnahmen bei Lymphödemen neben der manuellen Lymphdrainage.

Mindestinhalte des praktischen Unterrichts:

  • Wiederholung des praktischen Unterrichts aus dem Basiskurs. Üben der Ödem- und Spezialgriffe.
  • Lymphdrainage- und Kompressionsbehandlung von primären Beimlymphödemen, von sekundären Armund Beimlymphödemen, von Lip- und von Phlebödemen.
  • Lymphdrainage und Bewegungstherapie sowie entstauende Atemtherapie.
  • Behandlung von Ulcerationen, Proteinfibrosen und radiogenen Fibrosen.

Patientenvorstellungen:

  • Patienten mit verschiedenen Ödemkrankheiten, wobei mindestens ein primäres Lymphödem, ein sekundäres Armlymphödem, ein sekundäres Beinlymphödem, ein Phlebödem und ein Lipödem sollen persönlich vorgestellt werden.

Praktische Anwendung im Kurs:

  • Die Übungen werden an den Kursteilnehmern untereinander durchgeführt.
  • Demonstration der Behandlung von mindestens zwei Ödempatienten (mindestens ein sekundäres Armlymphödem und ein sekundäres Beinlymphödem) durch den Lymphdrainage-Fachlehrer bzw. den behandelnden Therapeuten mit kompletter Bandagierung der ödematösen Extremität.

Themenschwerpunkte:

- Artifizielles Lymphödem (durch Selbstverursachung):

  • Pathophysiologie
  • Diagnostik
  • und Therapie

- Chronisch-entzündliche Ödeme:

  • Rheumatische Ödeme
  • Pathophysiologie, Manuelle Lymphdrainage als Zusatztherapie
  • Kontraindikationen für Manuelle Lymphdrainage
  • insbesondere: Akute Infekte, dekompensierte Herzinsuffizienz, akute Phlebothrombose, lokales Tumorrezidiv, lokale Tumormetastasierung, akute Ekzeme im Ödemgebiet

- Extremitätenverdickung ohne Ödeme

- Idiopathisches Ödem:

  • Pathophysiologie
  • klinisches Bild und Therapie
  • Bedeutung von ML und Kompression

- Inaktivitätsödeme:

  • Pathophysiologie
  • Stellenwert der Manuellen Lymphdrainage

- Kompressionsbehandlung von Lymphödemen durch Bandagen, Bestrumpfungen und Expressionsgeräte

- Lipödem:

  • Differenzierung zwischen Adipositas
  • Lipohypertrophie
  • Lipödem und Lipo-Lymphödem
  • Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie

- Lymphödeme:

  • Lymphödemdiagnostik
  • Lymphszintigraphie
  • indirekte und direkte Lymphographie
  • Patent-blau-Test
  • Stemmer’sches Zeichen
  • Primäre Lymphödeme und ihre Pathophysiologie
  • Sekundäre Lymphödeme und ihre Pathophysiologie
  • Maligne Lymphödeme
  • ML und Metastasenaussaat

- Lymphödemkomplikationen:

  • wie Erysipel, Lymphbläschen, Lymphfisteln, lymphogene Ulcera, Eiweißfibrosen, Interdigitalmykosen, Papillomatosis cutis lymphostatica, Stewart-Treves-Syndrom = Angiosarkom, Lymphödem und Schwangerschaft

- Ödeme bei arteriellen Durchblutungsstörungen:

  • Pathophysiologie
  • Gangrän
  • Indikation
  • Grenzen für Manuelle Lymphdrainage und Kompressionstherapie

- Ödemgefährdung und Ödemprophylaxe, Ödemmerkblätter

- Ödeme, die nur auf eine medikamentöse und diätetische Therapie ansprechen

- Operationen bei Lymphödemen

- Phlebödem:

  • Anatomie der Venen und Pathophysiologie des venösen Systems
  • Thrombosen
  • Thrombophlebitiden
  • Varikosis
  • Ulcus cruris venosum
  • Kompressionsbehandlung bei Phlebödemen
  • Indikation für Manuelle Lymphdrainage bei Phlebödemen
  • Ulcus cruris und Phleb-Lymphödem

- Strahlenschädigung in Verbindung mit Lymphödemen:

  • Radioderm
  • Radiofibrose
  • Radiofibrotische Plexusschädigung
  • Strahlenschädigungen sonstiger Organe ambulante und stationäre lymphologische Behandlung und Therapieergebnisse bei Lymphödemen

- Sympathische Reflexdystrophie = Sudeck-Syndrom (CRPS):

  • Pathophysiologie, Erscheinungsformen
  • ärztliche Therapie sowie Manuelle Lymphdrainage

- Traumatische Ödeme/postoperative Ödeme/perioperative Ödeme:

  • Bei Frakturen, Prellungen, Distorsionen, Zerrungen, Verrenkungen, Schmerzzuständen, postoperativen Ödemen und Hämatomen sowie Ödemen bei Verbrennungen
  • Pathophysiologie und Stellenwert der ML-Therapie sowie weitere begleitende Therapien

- Verordnung von Manueller Lymphdrainage

- Verordnung von Kompressionsbandagierung und -bestrumpfung:

  • Indikationen für Bandagierungen, Unterschiedliche Kompressionsbestrumpfungen, Expressionsgeräte und Prothesen

- Psychologische Probleme der Patienten mit Ödemen in der Krebsnachsorge

Die Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung umfaßt einen schriftlichen, mündlichen und einen praktischen Prüfungsteil, wobei sämtliche Lehrinhalte Gegenstand der Prüfung sind.

Die Prüfung ist bestanden, wenn alle Prüfungsteile mindestens mit „ausreichend” bewertet werden. Jeder nicht bestandene Prüfungsteil kann höchstens zweimal wiederholt werden.

Der schriftliche Prüfungsteil dauert mindestens zwei Unterrichtseinheiten. Der Anteil von multiple-choice-Fragen darf 50 % nicht übersteigen.

Die Dauer des praktischen/mündlichen Prüfungsteils beträgt mindestens eine Unterrichtseinheit je Teilnehmer. Sie kann auch als Gruppenprüfung durchgeführt werden. Anhand eines konkreten Krankheitsbildes demonstriert der Teilnehmer am Probanden die Lymphdrainagetechnik und nimmt eine Kompressionsbandagierung vor.

Der Prüfungskommission setzt sich aus einem ärztlicher Fachlehrer, einem Fachlehrer für Manuelle Lymphdrainage sowie einem Weiterbildungsträger unabhängigen Mitglied mit abgeschlossener Weiterbildung in Manueller Lymphdrainage und anschließender mindestens zweijähriger Berufserfahrung zusammen. Dies kann auch ein Vertreter eines Berufsverbandes sein.

Zertifikatverleihung

Teilnahmezertifikat Lymphdrainage

Nach Abschluss der 4 Wochen und erfolgreichem Bestehen der Abschlussprüfung, erhält die/der
Teilnehmerin/er ein Zertifikat, welches zur Abrechnung bei allen gesetzlichen Krankenkassen berechtigt.

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