Die komplexe physikalische Entstauungstherapie

Erste therapeutisch, theoretisch und praktische Grundlagen der komplexen physikalischen Entstauungstherapie wurden von Alexander von Winiwarter und von Dr. Emil Vodder geschaffen. Winiwarter entwickelte die Kompressionstherapie, während Vodder die Manuelle Lymphdrainage etablierte. Gemeinsam stellten sie 1936 anläßlich einer Gesundheitsausstellung "Santé et Beauté" in Paris die manuelle Lymphdrainage als Teildisziplin der KPE einer breiten Öffentlichkeit vor.

Während des 2. Weltkrieges geriet die Therapie in Vergessenheit, bis in den 60ziger Jahren Dr. Johannes Asdonk die manuelle Lymphdrainage kennenlernte, von Dr. Vodder übernahm und weiterentwickelte. Ihm verdanken wir Therapeuten die heutige meist verordnete Therapieform und die Patienten eine Linderung ihres Leidens. Als Arzt erkannte er die ungeheure Wichtigkeit dieser Methode. Er erstellte als erster eine Liste von Indikationen und entwickelte das heute immer noch einzigartige Behandlungskonzept, nach dem erstmals durch konservative Maßnahmen eine erfolgreiche Therapie von Ödemkrankheiten möglich ist. Er gründete 1967 die „Deutsche Gesellschaft für Lymphologie“, 1969 die Asdonk-Schule und 1973 die weltweit erste und heute älteste Klinik für Lymphologie und Ödemkrankheiten, die Feldbergklinik Dr. Asdonk in St. Blasien.

Für seine hervorragenden medizinischen Leistungen erhielt Dr. Asdonk das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Durch seinen unermüdlichen Einsatz gelang es 1974 die Manuelle Lymphdrainage als Kassenleistung zu etablieren.

Gemaltes Porträt von Dr. Johannes Asdonk, einem älteren Mann mit weißen Haaren, Anzug und Krawatte
Dr. Johannes Asdonk (1920 - 2003)